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+++ STROMAUSFALL +++

Vorsorge, Selbsthilfe und Maßnahmen der Feuerwehr

Stromausfälle über längere Zeiträume sind auch in Deutschland möglich. Durch Natur-Ereignisse wie Unwetter, Erdbeben, Vulkanismus, solare Einflüsse oder einfach nur technische Defekte kann es schnell zu einem Ausfall der Stromversorgung im jeweiligen Gemeindegebiet kommen. Kommt es in ungünstigen Fällen zum Netzausfall in einem größeren Gebiet, kann dies aufgrund überlasteter Netze (besonders im Winter) zu einer Kettenreaktion führen, was dann in der Regel zu einem flächendeckenden Netzausfall führt. Von solch einem Netzausfall können dann u.U. mehrere Millionen Einwohner, ja ganze Staaten, betroffen sein. Es gibt sogar Szenarien, die von solaren Einflüssen ausgehen, bei denen der Netzausfall in einem sehr großen Maßstab (mehrere Millionen Quadratkilometer) und über einen längeren Zeitraum (Tage bis Wochen) stattfinden könnte. Neben den damit verbundenen allgemeinen Einschränkungen können sich allerdings auch gefährliche Situationen ergeben. Denn in den meisten Fällen können von dem Stromausfall auch die Fest- bzw. Mobilfunknetze betroffen sein. In Notfällen ist ein Hilferuf über die bekannten Notrufnummern dann nicht mehr möglich.
Die Feuerwehr March möchte Sie deshalb über das Thema „Stromausfall“ informieren. Sie erhalten Hinweise und Tipps, wie man sich selbst auf ein solches Ereignis vorbereiten kann.


1. Maßnahmen zur Sicherstellung der Gefahrenabwehr bei Stromausfällen durch die Feuerwehr:

Besonders abhängig von einem Stromausfall sind unsere Kommunikationsnetze. Nach kurzer Zeit wird das Telefon-Festnetz nicht mehr zur Verfügung stehen. Stromabhängige Telefone (ISDN bzw. VoiceOverIP), Ladestationen mancher Mobiltelefone sowie Ihr Internet-Zugang fallen sofort aus. Die Mobilfunknetze sind nur für kurze Zeit (meist Batterie gepuffert für ca. 0,5 bis 2,0 Std.) notstromversorgt.

Innerhalb der Gemeinde March wird deshalb bei jedem "längeren" Stromausfall das Feuerwehrgerätehaus in der Sportplatzstraße 20 zum Anlaufpunkt für die Bevölkerung. Bei einem unplanmäßigen Stromausfall, der länger als 30 Minuten andauert, wird das Feuerwehrgerätehaus von der Feuerwehr besetzt (Voraussetzung dafür ist, dass die Feuerwehr-Führung auch frühzeitig Kenntnis vom Stromausfall erlangt). lm Falle eines Ausfalles sämtlicher Fest- und Mobilfunknetze kann das Feuerwehrhaus aufgesucht und zum Absetzen eines eventuellen Notrufes genutzt werden. Bürgerinnen und Bürger, die Hilfe oder Unterstützung benötigen, können sich unmittelbar an die Feuerwehr wenden. Von dort ist es möglich, über die entspr. Funkanlagen Notrufe an die Integrierte Leitstelle (Feuerwehr und Rettungsdienst) abzusetzen; damit ist auch die Polizei sofort erreichbar. Zur flächendeckenden Information der Bevölkerung können durch die Feuerwehr u.U. Lautsprecherdurchsagen erfolgen.

Denken Sie auch daran:
Die alten Feuerwehrgerätehäuser in den Ortsteilen, wurden aufgegeben und sind nicht mehr in Betrieb! Die Handdruckmelder bzw. Feuermelder für die Sirenen auf den Rathausdächern/ bzw. Schulhausdach sind ebenso zurückgebaut worden! Bei einem Stromausfall könnten diese allerdings ohnehin nicht ausgelöst werden.


2. Selbsthilfe, Vorsorgetipps:

Kommt es zu einem längerfristigen Stromausfall, fallen schlagartig alle strombetriebenen Anlagen und Geräte aus, die nicht an Notstromanlagen angeschlossen oder batteriebetrieben sind. Zu Hause sitzen Sie möglicherweise im Kalten und Dunkeln, da Licht und Heizung nicht mehr funktionieren. Auch Ihre moderne, mit Holz befeuerte, Heizungsanlage funktioniert vermutlich nicht mehr, da die Steuerung der Zu- und Abluft mit Elektronik geregelt wird und auch wiederum Strom benötigt. Fernsehgeräte, der PC für den Internetzugang und oft auch die im Haushalt verfügbaren Radiogeräte können bei einem Stromausfall nicht betrieben werden. Laptops und Tablets laufen zwar noch so lange weiter bis der Akku endgültig leer ist, da aber Ihr Internet-Router nur mit Strom arbeitet, fällt auch hier das Internet sofort aus. Kühl- und Gefrierschränke tauen ab und die darin gelagerten Lebensmittel verderben, je nach Witterung, innerhalb von Stunden. Im Bereich der häuslichen Pflege fallen Hilfsgeräte aus, die möglicherweise lebenswichtig sind. Dienstleistungen wie z.B. Hausnotruf und Essen auf Rädern können gestört werden oder ganz ausfallen. Auch wenn vielleicht einige wenige Geschäfte trotz Stromausfall geöffnet haben mögen, können Sie dort in jedem Fall nur mit Bargeld bezahlen! Und mal eben neues Bargeld bei der Bank abheben, wird nicht ohne Weiteres möglich sein. Im ungünstigsten Fall kommen Sie für eine gewisse Zeit an gar kein Bargeld mehr heran.
Wenn Sie mit einem eigenen Stromgenerator vorgesorgt haben, benötigen Sie unbedingt eine Kraftstoff-Reserve. Denn bei sämtlichen Tankstellen werden Sie, mangels Strom, wohl keinen Kraftstoff zapfen können.

Um die Auswirkungen eines solchen Ereignisses für den Einzelnen zu reduzieren, sollte sich jeder Haushalt so vorbereiten, dass er einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt.

  • Legen Sie sich ausreichend Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln und ggf. Babynahrung sowie Hygieneartikeln an (Hygiene ist ebenso wichtig, sie verhindert die Ausbreitung von Krankheitserregern, Bakterien usw.)

  • Für einen Ausfall der Energie- oder Stromversorgung sollte jeder Haushalt alternative Heiz- und Kochmöglichkeiten bereithalten. Die warme Kleidung für den Winter sowie Decken können in unseren Breiten die ausgefallene Heizung für eine gewisse Zeit kompensieren. Mit einem Campingkocher können kleinere Mahlzeiten hergerichtet werden. Ggf. können auch Grill- oder Holzkohle hilfreich sein.

  • Das Licht von Kerzen, Taschen-, Camping- oder Petroleumlampen kann im Ernstfall dafür sorgen, dass Sie sich zu Hause auch nach Einbruch der Dunkelheit noch sicher orientieren können. Docht und Brennstoff sollten überprüft und ggf. ausreichender Vorrat beschafft werden. Generell sollten in jedem Haushalt für einen Ausfall des elektrischen Lichts Taschenlampen, Ersatzbirnen, Batterien, Streichhölzer und Kerzen vorhanden sein.

  • Treffen Sie Vorkehrungen, um Ihre pflegebedürftigen Angehörigen notfalls für einige Zeit selbst zu pflegen.

  • Mit Hilfe eines batteriebetriebenen Radios oder auch des Rundfunkgerätes im Auto bleiben Sie über Informationen des behördlichen Krisenstabes und der Stromversorger auf dem Laufenden.

  • Um Treibstoff zu sparen, sollten Sie das Auto nur benutzen wenn es unbedingt sein muss. Tankstellen haben ebenso keinen Strom und können nicht zum Tanken angefahren werden. Falls Tankstellen über einen Notbetrieb verfügen, wird die Ortspolizeibehörde die Treibstoffabgabe u.U. Rationieren oder die Tankstelle gleich ganz beschlagnahmen. Um bei einem "Öffentlichen Notstand" handlungsfähig zu bleiben, könnte die Ortspolizeibehörde zu solch drastischen Maßnahmen greifen.

  • Denken Sie daran, dass Sie kein Bargeld am Geldautomaten abheben können. Selbst am Schalter Ihrer nächsten Bank dürften Sie vor verschlossenen Türen stehen.

  • Wer eine Heizmöglichkeit besitzt, die mit Kohle, Briketts oder Holz betrieben werden kann, sollte für einen Notfall diese Brennstoffe auf Vorrat vorhalten.

  • Das Zweckentfremden von offenen Feuerstellen zum Heizen von geschlossenen Räumen ist äußerst gefährlich und kann zu einer tödlichen Kohlendioxid-Vergiftung führen: Erst wird man müde dann bewusstlos, später tritt schließlich der Erstickungstod ein!

  • Auch das Aufstellen von "zu vielen" Kerzen/Teelichtern (um Licht und ggf. auch etwas Wärme zu erzeugen) muss mit großer Aufmerksamkeit und Umsicht geschehen. Auch beim Verbrennen von Kerzen entsteht das Abgas Kohlendioxid; regelmäßiges Lüften ist unverzichtbar. Vorsicht auch bei Gas betriebenen Heizstrahlern.

  • Mit einem eigenen kleinen Notstromaggregat können z.B. Wasserkocher, Kabellampe, Scheinwerfer, Heizlüfter, Elektro-Radiator, Fön usw. betrieben werden (nur Geräte ohne elektronische Bauteile oder Steuerungen!). Bedenken Sie jedoch den Aufstellungsort des Stromgenerators. Auf Grund der giftigen Abgase des Verbrennungsmotors, muss das Stromaggregat im Freien stehen. Für die Kabelführung offen gehaltene Türen oder Fenster können zum Auskühlen der Wohnung oder des Gebäudes führen. Je nach Wohnsituation kann es durch Stromaggregate zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen. Zum Betrieb des eigenen Stromaggregats wird wiederum Treibstoff benötigt.

  • Zum Betreiben empfindlicher elektronischer Geräte wie z.B. Steuerungsanlagen (der Heizung) und Computeranlagen etc. werden spezielle synchronisierte Generatoren benötigt. Ein einfaches Stromaggregat aus dem Baumarkt wird die angeschlossenen Geräte zerstören!

  • Beim Anschluss eines eigenen kleinen Notstromaggregates an das Hausnetz ist äußerste Vorsicht geboten: Der Elektroanschluss darf nur von einer Elektrofachkraft eingerichtet werden und muss ggf. vom Stromnetzbetreiber genehmigt werden.

Weitere Hinweise für Ihre persönliche Vorbereitung gibt es auch beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de unter „Service“.


Für Rückfragen steht Ihnen Ihre
Feuerwehr March gerne zur Verfügung.