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Erklär mir doch mal die Feuerwehr

 

Historisch

Antike
Vor tausenden von Jahren standen die Bauten der Menschen relativ isoliert und kaum dicht beieinander. Brach ein Brand aus, so betraf es meist nur eine einzelne Behausung und nicht gleich eine ganze Siedlung. Diese Feuer wurden bestenfalls auch nur von spontan agierenden Menschen bekämpft, im anderen Fall brannte das Anwesen eben nieder und der Brand löschte sich irgendwann von selbst. Ein organisiertes Feuerwehrwesen existierte weltweit keines. Die alten Ägypter waren überhaupt die ersten, die einigermaßen organisierte Feuerlöscheinheiten aufgestellt hatten – vor immerhin etwa 4.000 Jahren. Das es diese militärischen Einheiten gab ist bekannt, wie sie organisiert waren ist aber nur sehr wage bekundet.

Ganz anders im Römischen Imperium: Dort entstanden bereits Millionenstädte wie Rom, Konstantinopel oder Alexandria, deren Häuser meist mehrstöckig waren und sehr dicht aneinander standen. Auch die Gassen der antiken Großstädte waren oft sehr eng. Vielfach wurden an die, meist aus Stein errichteten Gebäude, Anbauten aus Holz erstellt. Etliche Male vernichteten Feuersbrünste ganze Stadtteile von Rom.
Daher entstand dort im Jahr 21 vor Christus die erste organisierte Feuerwehr der Menschheit. In den Anfängen bestand diese noch aus 600 Sklaven. Später unterhielt Kaiser Augustus ein Feuerlösch-Corps, welches aus sieben Kohorten mit insgesamt rund 4.000 Mann bestand und je einem Tribun unterstellt wurde. Dieses Corps verfügte über eigene Kasernen als Unterkunft und später sogar über Feuerspritzen (!) Diese mussten mit Pferden zum Brandort gezogen werden. Das Löschwesen war für die damalige Zeit in den Großstädten des Römischen Imperiums – allen voran Rom selbst – unheimlich hoch entwickelt.
Die Erfindung der Feuerspritze (Kolbenpumpe) wird dem griechischen Techniker und Mathematiker Ktesibios von Alexandria um das Jahr 250 v. Chr. zugeschrieben – der mit der „Feuerwehr“ allerdings nichts zu tun hatte.

Mit dem Untergang des Römischen Reichs, etwa ab dem 5. Jahrhundert, verschwanden jedoch die Versuche eines geordneten Feuerlöschwesens ebenso vollständig, wie auch das Wissen über die damals außerordentlich moderne Löschtechnik. Viele Jahrhunderte lang schlummerte das geordnete Löschwesen vor sich hin und geriet schließlich ausnahmslos in Vergessenheit.

Mittelalter
Erst im Hochmittelalter, etwa im 13. Jahrhundert, gab es dann wieder schwache Anfänge von Feuerlöschordnungen. Abends mussten beispielsweise alle Feuerstellen ausgemacht werden, welches die Nachtwächter zu kontrollieren hatten. Die Obhut über den Brandschutz hatten damals oft die Handwerkerzünfte. Auf den Kirchtürmen wurden Feuerwächter eingesetzt die im Brandfall „Feurio“ riefen und Sturmläuten mussten. Jeder Haushalt hatte einen Eimer Wasser bereitzuhalten, der im Notfall von Büttenträgern in großen Fässern eingesammelt und zum Brandplatz geschoben wurde. Nach und nach wurden Wasserschöpfstellen geschaffen die im weiteren Verlauf über Pumpwerke mit Wasser versorgt wurden. Als Ausrüstung standen lediglich Feuerpatschen, Ledereimer, Wasserfässer, Feuerhaken, primitive Äxte und Dachkrücken zur Verfügung. Eine taktische Organisation der eingesetzten Kräfte, wie damals in Rom, war praktisch nicht vorhanden und blieb meist dem Zufall überlassen.

Neuzeit
Zu Beginn der Neuzeit (um 1500) war das Feuerlöschwesen ebenso noch ziemlich planlos und willkürlich. Zur Brandbekämpfung wurden dann aber immerhin meist über 100 namentlich genannte Bürger eines Dorfes oder Stadt verpflichtet – weswegen man (aus heutiger Sicht) auch von einer Pflichtfeuerwehr sprechen muss. Dementsprechend chaotisch und unordentlich war das Feuerlöschwesen damals, was im Einsatzfalle meist auch nicht erfolgreich war. Wie viele Erfindungen der Antike, musste auch die Feuerspritze neu erfunden werden Dies geschah allerdings erst um 1655 in Nürnberg, wo die „erste“ Feuerspritze von einem Zirkelschmied konstruiert wurde.
Die ältesten Feuerwehren, nach heutigem Verständnis, wurden im deutschen Sprachraum gegen Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die erste Freiwillige Feuerwehr im heutigen Deutschland wurde 1841 im sächsischen Meißen, die erste auf Baden-Württembergischem Boden 1846 in Karlsruhe-Durlach – oder in unserer Region 1860 in Breisach – gegründet. Zu dieser Zeit hatten fast alle Wehren mindestens Handdruck-Feuerspritzen – genau wie im alten Rom (!) Größere Städte wie Berlin, Hamburg oder Wien hatten damals auch schon dampfbetriebene Spritzen, jeweils mit Pferdefuhrwerken.

Handspritze von 1899In den Marchorten wurden spätestens ab 1750 nach und nach Handdruck-Feuerspritzen angeschafft und eigene Spritzenhäuser zur Unterbringung geschaffen und unterhalten. Die Feuerspritze aus Buchheim, aus dem Jahr 1887, ist heute noch erhalten, in gutem Zustand und voll funktionstüchtig. An der Ausrüstung änderte sich Jahrhunderte lang nichts und war im Einsatzfalle – wie im späten Mittelalter – mehr oder weniger erfolgreich. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in March Brandschadens-Ereignisse noch mit solchen Handdruck-Feuerspritzen bekämpft. Hierzu waren mindestens 12 bis 16 Mann von Nöten, die sich allesamt an ein exakt vorgegebenes Procedere halten mussten, da die Spritze sonst nicht funktionierte. Erst ab den 1950-er Jahren hielt die Motorisierung Einzug: Im Jahr 1952 wurde die erste benzinbetriebene Motorspritze angeschafft. Statt mit Pferden wurde diese nun schon immerhin mit einem Traktor an die Einsatzstelle gefahren. Anfang der 1960-er Jahre wurde dann das erste Löschfahrzeug angeschafft. Die drei Löschgruppenfahrzeuge LF 8 der Orte Holzhausen, Hugstetten und Neuershausen – alle Baujahr 1971 – verrichten noch heute ihren Dienst in Kroatien.

Die Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr in March, geht auf das Jahr 1947 zurück.

Heute
Seit 1974 gibt es die Freiwillige Feuerwehr March, durch den Zusammenschluss der Orte Buchheim, Holzhausen, Hugstetten und Neuershausen. Bis 2013 gab es in jedem der Orte eine so genannte Abteilungsfeuerwehr mit eigenem Feuerwehrgerätehaus, eigener Mannschaft und Fahrzeugen. Doch wurden die Abteilungswehren in den letzten Jahren ihres Bestehens immer kleiner, denn immer weniger Einwohner sind heutzutage bereit unentgeltlich in der Feuerwehr Dienst zu tun, so dass zukünftige Lösungen angepackt wurden. Durch die Fusion der Marcher Abteilungswehren zur heutigen Feuerwehr ist die Feuerwehr March auch Rechtsnachfolgerin der Feuerwehr-Historie der jeweiligen vier Ortsteile geworden und diese Historie reicht, wie schon erwähnt, bis ins Jahr 1750 zurück.

Neues FeuerwehrhausUnd so entstanden die Überlegungen zu einem großen und zentralen Feuerwehrgerätehaus, für alle Ortsteile der Gemeinde March. Dieses Gerätehaus wurde im Frühsommer 2013 in Buchheimer der Sportplatzstraße fertiggestellt. Es bietet Platz für sechs Fahrzeuge und verfügt über eine Gesamtfläche von über 1.200 Quadratmetern. Seit dem 22.06.2013 ist das neue Feuerwehrgerätehaus im Regelbetrieb. Die alten Gerätehäuser wurden damit aufgegeben und wurden einer anderen Nutzung zugeführt. Die neue Feuerwehr March ist seit dem mit modernstem Gerät ausgestattet und besteht noch aus einer Einsatzabteilung mit zwei Zügen sowie einem Ergänzungszug. Die Mitglieder der Züge stammen aus allen Marcher Ortsteilen und stellen gemeinsam einen geregelten Einsatz- und Übungsdienst sicher. Dabei achten sie auch darauf, dass das Kameradschaftliche nicht zu kurz kommt – ganz anders wie im alten Rom.

Meilensteine der Marcher Feuerwehr-Historie:

1750 Ersterwähnung der Brandwehr in Neuershausen
1786 Gründung der Brandwehr in Holzhausen
1812 Ersterwähnung der Brandwehr in Buchheim
1828 Ersterwähnung der Brandwehr in Hugstetten

1946 Die Brandwehren werden fast überall in Löschmannschaften umgewandelt
1947 Aufstellung der Freiwilligen Feuerwehr Holzhausen und Hugstetten

1951 Gründung (offiziell) Freiwillige Feuerwehr Hugstetten
1955 Gründung (offiziell) Freiwillige Feuerwehr Holzhausen
1956 Gründung (offiziell) Freiwillige Feuerwehr Buchheim
1956 Gründung (offiziell) Freiwillige Feuerwehr Neuershausen

1965 Anschaffung Tragkraftspritzenfahrzeug TSF Buchheim (FORD Transit)

1971 Anschaffung Löschfahrzeug LF 8 Holzhausen (MERCEDES 408)
1971 Anschaffung Löschfahrzeug LF 8 Hugstetten (MAGIRUS DEUTZ 110 D7)
1971 Anschaffung Löschfahrzeug LF 8 Neuershausen (MERCEDES 408)
1973 Jubiläumsfeier 25 Jahre Feuerwehr Holzhausen
1974 Gründung Freiwillige Feuerwehr March
1976 Gründung Jugendfeuerwehr March
1976 Gründungsfeier Feuerwehr March
1979 Anschaffung Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 Buchheim (MAGIRUS DEUTZ 110 D7)

1986 Anschaffung Tragkraftspritzenfahrzeug TSF Buchheim (DAIMLER BENZ 310)
1986 Durchführung Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr in Neuershausen

1991 Durchführung Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr in Holzhausen
1998 Anschaffung Löschfahrzeug LF 8/6 Holzhausen (MAN 8.163 L2000)
1999 Jubiläumsfeier 25 Jahre Freiwillige Feuerwehr March

2000 Anschaffung Löschfahrzeug LF 8/6 Neuershausen (MAN 8.163 L2000)
2002 Anschaffung Löschfahrzeug LF 16/12 Hugstetten (MAN 14.225 M2000)
2004 Anschaffung Mannschaftstransportwagen ELW/MTW (DAIMLER CHRYSLER Sprinter 308)
2007 Beschluss für ein zentrales Feuerwehrgerätehaus

2011 Spatenstich Feuerwehrgerätehaus March
2013 Auflösung der Marcher Abteilungen
2013 Einweihung und Inbetriebnahme Feuerwehrgerätehaus March
2013 Anschaffung Gerätewagen Logistik GW-L2 (MAN TGM 13.250)
2016 Anschaffung Mannschaftstransportwagen MTW (OPEL Movano 2.3 CDTI)

Grundsätzliches

Gefahrmeldung und Hilfeleistungspflicht
Jeder Bürger in Deutschland der ein Schadensfeuer, einen Unfall oder einen anderen Unglücksfall entdeckt, ist gesetzlich dazu verpflichtet dies zu melden. Dies geschieht über die Notrufnummer 112.
Jede Person in Deutschland die über 16 Jahre alt ist, ist bei einem Brand oder einem öffentlichen Notstand verpflichtet, Lösch- und Rettungsdienste zu leisten, wenn sie körperlich dazu in der Lage ist und von einem berechtigten Angehörigen der Feuerwehr dazu aufgefordert wird. Die Dienstleistung kann nur abgelehnt werden, wenn eine erhebliche Gefahr besteht oder wenn hierdurch andere wichtige Pflichten verletzt würden.

Feuerwehrleitstellen
Jeder Landkreis bzw. jede größere Stadt (Kreisstadt) ist verpflichtet eine Leitstelle aufzustellen und zu unterhalten. Bei der Leitstelle laufen alle Notrufe der 112 auf und werden dort bearbeitet. Von dort werden die jeweiligen Feuerwehren, aber auch die Rettungsdienste, alarmiert und koordiniert. Die Leitstellen müssen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr von mindestens zwei Mitarbeitern besetzt sein.

Aufgaben der Feuerwehr
Retten – Löschen – Bergen – Schützen sind die vier Hauptaufgaben der Feuerwehren:

  • Retten: von Menschen besonders bei Verkehrsunfällen auf Straßen oder anderen Verkehrswegen, bei Unglücksfällen wie Bränden, wenn eine ältere Person hilflos (weil durch Krankheit oder Verletzung bewegungsunfähig) in einer Wohnung liegt, eine Person in einen reißenden Fluss gefallen ist, eine Person im Eis eingebrochen ist usw., dies gilt auch gleichermaßen für Tiere.
  • Löschen: Gebäudebrände, Zimmer- oder Kellerbrände, PKW- oder LKW-Brände, Wald- oder Flächenbrände in der Natur, Brand auf einem Schiff, eines Eisenbahnzuges oder eines Flugzeugs usw.
  • Bergen: wenn z.B. ein Fahrzeug von der Straße abgekommen ist, wenn Ladung eines Beförderungsmittels verloren gegangen ist und leider auch wenn getötete Tiere oder gar Menschen geborgen werden müssen.
  • Schützen: Bewohner und Häuser vor Hochwasser oder all zu großer Schneelast, die Umwelt vor der Verbreitung giftiger oder gefährlicher Stoffe durch auslaufende Flüssigkeiten oder Gase, wenn große Bäume usw. umzufallen drohen und eine Gefahr darstellen usw.

Zahlen und Fakten

Gemeindefeuerwehr
Jede Stadt und jede Gemeinde ist verpflichtet eine eigene Feuerwehr aufzustellen sie nach den örtlichen Bedürfnissen auszustatten und zu unterhalten. Größere Gemeinden (ab ca. 10.000 bis 20.000 Einwohnern) haben teilweise Freiwillige Feuerwehren mit einigen hauptamtlichen Kräften. Das heißt, dass einige Feuerwehrangehörige den ganzen Tag im Feuerwehrhaus arbeiten und dort ihr Geld verdienen. Städte wie zum Beispiel Offenburg (60.000 Einwohner) haben zwischen zehn und 15 hauptamtliche Feuerwehr-Angehörige.
Eine Feuerwehr ist kein Verein. Sie ist eine Einrichtung der Gemeindeverwaltung, vergleichbar mit dem kommunalen Bauhof. Da sie strukturell jedoch wie ein Verein aufgebaut ist, wird sie daher oft den Vereinen zugeordnet. Allerdings ist die Feuerwehr mit hoheitlichen (staatlichen) Aufgaben und Sonderrechten betraut um die vielfältigen Aufgaben an 365 Tagen im Jahr, zu jeder Tages- und Nachtzeit und innerhalb von zehn Minuten zu erfüllen.

Berufsfeuerwehr
Jede Stadt über 100.000 Einwohnern KANN eine Berufsfeuerwehr aufstellen. Ab 150.000 Einwohnern MUSS eine Stadt eine Berufsfeuerwehr aufstellen. Eine Berufsfeuerwehr besteht aus mindestens einer hauptamtlichen Wache. Eine Wache ist rund um die Uhr besetzt und besteht aus mindestens 60 Einsatzbeamten, von denen mindestens etwa 25 Beamte gleichzeitig Wachdienst haben. In Baden-Württemberg gibt es folgende Berufsfeuerwehren:

1. Stuttgart: 600.000 Einwohner, fünf Feuerwachen (466 Einsatzbeamte)
2. Mannheim: 312.000 Einwohner, drei Feuerwachen (250 Einsatzbeamte)
3. Karlsruhe: 292.000 Einwohner, zwei Feuerwachen (193 Einsatzbeamte)
4. Freiburg: 220.000 Einwohner, eine Feuerwache (125 Einsatzbeamte)
5. Heidelberg: 146.000 Einwohner, eine Feuerwache (92 Einsatzbeamte)
6. Heilbronn: 122.000 Einwohner, eine Feuerwache (79 Einsatzbeamte)
7. Pforzheim: 120.000 Einwohner, eine Feuerwache (83 Einsatzbeamte)
8. Reutlingen: 112.000 Einwohner, eine Feuerwache (62 Einsatzbeamte)

Die Stadt Ulm hat zwar 122.000 Einwohner, hat aber als einzige Großstadt in Baden-Württemberg keine Berufsfeuerwehr. Sie verfügt über eine hauptamtliche Mannschaft von 47 Einsatzkräften und wird bei Bedarf von den Freiwilligen Abteilungen ergänzt.

Zum Vergleich:

  • In ganz Deutschland gibt es 102 Berufsfeuerwehren, davon sind rund die Hälfte allein im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen vertreten
  • Die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland ist die „Berliner Feuerwehr“. Sie verfügt über 38 ständig besetzte Feuerwachen mit knapp 4.000 Einsatzbeamten
  • Die Feuerwehr in New York, das „New York Fire Department“ verfügt über 251 Wachen mit über 16.000 Einsatzbeamten
  • Die erste Berufsfeuerwehr weltweit gab es in der österreichischen Hauptstadt Wien und wurde im Jahr 1686 aufgestellt.

Feuerwehrangehörige
In March gibt es derzeit rund 90 Angehörige in der Einsatzabteilung, darunter fünf Frauen. In ganz Deutschland sind etwa 1.03 Millionen Angehörige in den Freiwilligen Feuerwehren aktiv, also leider etwa nur jeder 80. Einwohner.

Feuerwehr-Einsätze
Im Jahr 2013 musste die Feuerwehr March 88 Einsätze bewältigen. Sie musste im Durchschnitt also alle vier Tage ausrücken. Im Jahr 2009 hatten die Feuerwehren in Baden-Württemberg insgesamt knapp 123.000 Einsätze zu bewältigen. Davon waren über 18.600 Brände, knapp 61.000 Hilfeleistungen und Rettungseinsätze bei Unfällen usw, der Rest waren Fehlalarme und Sonstige Einsätze.

Wissenswertes

Eintritt in die Feuerwehr
Kinder und Jugendliche können ab dem vollendeten 10. Lebensjahr in die Jugendfeuerwehr March eintreten. Dort lernen sie alles rund um das Thema Feuerwehr. Ab dem 17. Lebensjahr können die Jugendlichen dann in die Einsatzabteilung wechseln. Wenn sie die so genannte „Truppmann-Ausbildung Teil 1“ absolviert haben, können sie auch an Einsätzen teilnehmen.

Grundsätzlich kann jeder Gemeinde-Bürger zwischen 17 und 60 Jahren, der der deutschen Sprache mächtig ist, sowie körperlich und persönlich dafür geeignet ist, Mitglied einer Feuerwehr werden – dies schließt Frauen selbstverständlich mit ein. Mit dem vollendeten 65. Lebensjahr scheidet man automatisch aus der Einsatzabteilung aus und wechselt dann in die Ehrenabteilung der Feuerwehr.

Ausbildung

Unterschiedlich sehen die Ausbildungswege für die Berufsfeuerwehren und Freiwillige Feuerwehren aus. Berufsfeuerwehren führen ihre Ausbildung meist während der üblichen Bereitschaftszeit aus, ergänzt durch einzelne Fach-Kurse. Bei den Freiwilligen Feuerwehren hingegen muss darauf Rücksicht genommen werden, dass die Feuerwehrmitglieder einem zivilen Beruf nachgehen und die Ausbildungen möglichst abends oder an den Wochenenden absolvieren können.
Die Ausbildungsdauer eines Berufsfeuerwehr-Angehörigen (Brandmeister-Anwärter) dauert etwa zwei Jahre und setzt in aller Regel einen zuvor erlernten handwerklichen Beruf voraus. Bei den Freiwilligen dauert die Grundausbildung etwa 85 Stunden, verteilt auf ca. acht Wochen. Bis ein Bürger in den wichtigsten Einsatz-Bereichen eingesetzt werden kann und dafür alle notwendigen Ausbildungen absolviert hat, dauert es insgesamt ca. 220 Stunden, verteilt auf etwa 1,5 bis 2 Jahre. Eine möglichst umfangreiche Ausbildung ist sehr wichtig – denn eines ist sicher: Der nächste Feuerwehreinsatz kommt bestimmt.

Alarm für die Feuerwehr
Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren sind NICHT ständig besetzt. Das heißt, muss eine Freiwillige Feuerwehr zu einem Einsatz ausrücken, werden die Mitglieder über Funkmeldeempfänger gerufen. Jeder Feuerwehrangehörige trägt einen solchen Piepser immer bei sich und merkt damit sofort wenn ein Alarm eingeht. Die Feuerwehrleute müssen sich dann auf dem schnellsten Wege zum Feuerwehrhaus begeben – dabei sollen sie aber die geltenden Verkehrsregeln einhalten und dürfen auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus in keinem Fall andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Dort angekommen legen sie ihre Einsatzkleidung an und fahren mit den Einsatzfahrzeugen – dann mit Blaulicht und Martinshorn – zur Einsatzstelle.
Findet ein solcher Einsatz während der Arbeitszeit statt, müssen die Wehrleute möglichst sofort den Arbeitsplatz verlassen. Dies muss allerdings bereits im Vorfeld mit dem Arbeitgeber geregelt und abgesprochen sein, sonst ist Ärger vorprogrammiert. Den Verdienstausfall der feuerwehrdienst-tuenden Arbeitnehmer wird dem Arbeitgeber selbstverständlich von der jeweiligen Gemeinde ersetzt.

Hilfsfrist und Kosten
Jede Feuerwehr – und damit auch die Freiwillige – ist verpflichtet innerhalb von zehn Minuten, nach Eingang eines Alarms, an jeder möglichen Einsatzstelle ihres Zuständigkeitsbereichs, einzutreffen. Dies ist nur möglich, wenn die Feuerwehrgerätehäuser in entsprechenden Abständen innerhalb einer Stadt oder Gemeinde aufgestellt sind. Da dies derzeit fast überall noch gewährleistet ist, werden diese Fristen auch in nahezu allen Fällen eingehalten – Tag und Nacht!
Gemessen an dieser außerordentlich hohen Leistung ist die Feuerwehr in Baden-Württemberg unschlagbar günstig. Die Kosten der Feuerwehren in Baden-Württemberg beliefen sich im Jahr 2010 auf ca. 510 Millionen Euro. Teilt man diese Summe auf alle 10,8 Millionen Bürger des Landes auf, so kostet das gesamte freiwillige Feuerwehrwesen pro Einwohner rund Euro 47 – pro Jahr!!! Das ist Weltrekord!

Beschaffung der Feuerwehr-Ausrüstung
Die Ausrüstung der Feuerwehren, also die Fahrzeuge, die Gerätehäuser, die Einsatz- und Dienstkleidung oder die zahlreich vorhandenen technischen Geräte, sind meist sehr teuer. Bezahlen muss dies alles die Gemeinde. Sie erhält vom Staat allerdings finanzielle Zuschüsse, da sonst vieles nicht beschafft werden könnte.

Löschwasser
Das Löschwasser der Feuerwehren kommt in aller Regel aus dem ganz normalen öffentlichen Trinkwassernetz. Dort wird es aus den Hydranten für den Brandfall entnommen. Es gibt Überflur- und Unterflurhydranten. Die roten Überflurhydranten an den Straßenrändern kennt fast jeder. Die Unterflurhydranten dagegen sind unterirdisch und durch einen ovalen „Kanaldeckel“ in den Straßen und Wegen zu erkennen. Durch quadratische, rot umrahmte Hinweisschilder an Häusern und Pfosten, kann man sie auch im Winter, wenn Schnee liegt, auffinden. Bei abgelegenen Bauernhöfen wird meist aus einem Löschwasserteich, einem Tiefbrunnen oder einem Bach Löschwasser entnommen.

Führung und Leitung der Feuerwehr
Die Feuerwehren werden von einem Feuerwehrkommandanten geleitet, Feuerwehr-Abteilungen (also eine Ortsteil-Feuerwehr) werden von Abteilungskommandanten geleitet. Diese werden von den Mitgliedern der Einsatzabteilung auf die Dauer von fünf Jahren in geheimer Wahl gewählt. Eine geheime Wahl ist gesetzlich vorgeschrieben.
Die Mannschaften können von Gruppen- oder Zugführern geführt werden. Wer zum Gruppen- oder Zugführer ernannt wird, legt der Feuerwehrkommandant, auf Vorschlag des Feuerwehrausschusses, fest.
Bei einem Feuerwehreinsatz hat immer der Feuerwehrkommandant die Einsatzleitung. Ist dieser nicht anwesend, hat ein Zugführer oder eventuell auch ein Gruppenführer die Leitung des Einsatzes inne.

Sonderfeuerwehren
Bei einigen größeren Betrieben und Firmen oder ganz großen Fabrikanlagen reicht die normale kommunale Gemeindefeuerwehr bzw. Berufsfeuerwehr zur allgemeinen Schadensabwehr nicht mehr aus. Hier müssen so genannte Werkfeuerwehren aufgestellt werden, die ganz spezielle Anforderungen und damit auch ganz besondere Ausrüstungen haben. Die größte von ihnen in Deutschland ist die BASF-Werkfeuerwehr in Ludwigshafen mit 195 Mitarbeitern. Bei größeren Flughäfen sind Flughafenfeuerwehren mit ständig besetzten Wachen aufgestellt, bei kleineren Flughäfen oder Flugplätzen, ohne ständig besetzte Wache, sind meist eigene Tanklöschfahrzeuge stationiert, die dann von der zuständigen kommunalen Gemeindefeuerwehr besetzt werden.

Versicherung
Alle Mitglieder der Feuerwehren sind bei sämtlichen dienstlichen Veranstaltungen und Vorgängen über eine Sonderversicherung der Gemeinde großzügig versichert.

Kameradschaft
Das die Feuerwehren landauf, landab außerordentlich leistungsfähig sind, konnte man in diesem Beitrag unschwer erkennen. Die Mitglieder der Feuerwehren können sich untereinander bedingungslos aufeinander verlassen. Der eine kann dem anderen blind vertrauen, man versteht sich gegenseitig ohne viele Worte zu verlieren, allein durch Blicke. Dies alles sind wichtige Voraussetzungen für schwierige Situationen in sämtlichen Einsätzen und der Grundstein der Leistungsfähigkeit einer jeden Feuerwehr.
Diese Voraussetzung ist meist das Ergebnis einer langen, regen und vielseitigen Kameradschaft. Sie wächst sehr langsam, ist aber oft sehr beständig. Damit eine solche Kameradschaft entstehen kann, sollten sich die Kameraden untereinander gut kennen. Es müssen Möglichkeiten vorhanden sein, bei denen man sich noch besser kennen lernt und sich jeder in der Feuerwehr wohl fühlen kann. Dazu gehören Kameradschaftsabende, Gemütliches Beisammensein, nach Übungen und Einsätzen, Ausflüge, Wandertouren und weitere gemeinsamen Unternehmungen.

Getreu dem Feuerwehr-Motto: Einer für alle – und alle für einen.